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Modulbeschreibung: AISE502 – AI in SE II
| Feld | Wert |
|---|---|
| Autor/in | Herzog Florian |
| Ausgabestelle | Institute for Data Analysis, Artificial Intelligence, Visualization, and Simulation (DAViS) |
| Geltungsbereich | Departement |
| Klassifizierung | Nicht klassifiziert |
| Version | 3.1.0 |
| Ausgabedatum | 8. September 2026 (Sitzungsplan an die ausgelieferten Vorlesungen 1–14 angeglichen) |
Modul
| Feld | Wert |
|---|---|
| Name | AI in Software Engineering II |
| Kürzel | AISE502 |
| ECTS-Punkte | 4 |
| Typ | Pflichtmodul |
| Verantwortliche/r | Herzog Florian |
| Semester | 5. Semester |
Leitidee
Das Modul "AI in Software Engineering II" stellt das Software Engineering grosser, langlebiger Systeme in den Mittelpunkt. Sein roter Faden ist das englischsprachige Vorlesungsskript "A Theory of Architecture--Application Fit", das eine durchgängige, messbare Entscheidungstheorie der Softwarearchitektur entwickelt: Architektur wird verstanden als die Menge der signifikanten, schwer umkehrbaren Entscheidungen, die durch messbare Qualitätsattribute getrieben, durch systematischen Abgleich von Anforderungsprofilen (zehn Anwendungsklassen) und Fähigkeitsprofilen (sieben Architektur-Patterns) über zwölf gemeinsame Profildimensionen getroffen und über den gesamten Lebenszyklus empirisch überprüft werden (Fitness Functions, DORA-Metriken).
Die Leitfrage lautet: Wie entwerfe, begründe und betreibe ich die Struktur eines Software-Systems so, dass es seine Qualitätsattribute erfüllt und über Jahre wartbar bleibt -- auch dann, wenn einzelne Komponenten nicht-deterministisch, fehlbar und kostenintensiv sind?
Künstliche Intelligenz erscheint in zwei gleichwertigen, strikt getrennten Achsen:
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Achse A -- AI als Werkzeug zum Bauen: Studierende setzen agentische Entwicklungswerkzeuge produktiv, aber kritisch-reflektiert ein -- auf Basis der empirischen Evidenz (randomisierte Studien mit positiven wie negativen Befunden) und mit Architektur-Dokumentation und Fitness Functions als Leitplanken.
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Achse B -- AI als Komponente im System: Studierende entwerfen Architekturen, in denen LLM-, ML- und Optimierungskomponenten als Laufzeit-Bausteine wirken, und machen diese nicht-deterministischen Komponenten engineering-tauglich: gekapselt (Gateway, Ports), asynchron integriert, beobachtbar (Kosten, Latenz), getestet (Eval-Harness) und abgesichert (Ontologie-Guard, Prompt-Injection-Abwehr).
Die zentrale Erkenntnis des Moduls (Annahme A6 der Theorie): AI erweitert den Qualitätsattributraum, ändert aber die Methode nicht. Die Disziplin, die man zum Bauen mit AI braucht, ist dieselbe wie jene zum Einbetten von AI.
Didaktisches Prinzip: Das Modul arbeitet durchgängig induktiv -- Fallstudien und Beispiele zuerst, Verallgemeinerung danach. Jedes Pattern wird aus dem realen Problem entwickelt, das es hervorbrachte; jede Anwendungsklasse aus ihren realen Herausforderungen; das Matching-Verfahren aus drei durchgerechneten Fällen. Zu jedem Pattern gehören Open-Source-Frameworks zum Bauen und klonbare Open-Source-Referenzsysteme zum Inspizieren ("Build it and study it"). Ein durchgehendes Gruppenprojekt -- eine modulare, AI-gestützte Portfolio-Analyse-Plattform -- wendet den gesamten Bogen praktisch an.
Das Verhältnis von klassischem Software Engineering zu AI-spezifischen Techniken beträgt etwa 60 % zu 40 %.
Voraussetzungen
- AI in Software Engineering I (AISE501)
- Software Technik I und II
- Maschinelles Lernen, Deep Learning
- Mathematik-Grundlagen, Informatik-Grundlagen
Lernergebnisse
Nach erfolgreichem Abschluss dieses Moduls sind die Studierenden in der Lage:
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Architektur als Entscheidungsproblem behandeln (Skript Teil I):
- Architektur als Menge schwer umkehrbarer, qualitätsgetriebener Entscheidungen verstehen (tragende Annahmen A1--A6) und Entscheidungen mit Rationale dokumentieren (Architecture Decision Records, C4-Sichten, ISO/IEC/IEEE 42010).
- Die zwölf Profildimensionen (ISO/IEC 25010:2023-verankert, je mit Antwortmass und Messinstrument) als gemeinsames Koordinatensystem von Anforderung und Fähigkeit anwenden.
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Anforderungsprofile konstruieren (Teil I und III):
- Architektur-relevante Anforderungen elizitieren und als sechsteilige Qualitätsszenarien mit Antwortmass formulieren; Gewichte über Utility Trees ableiten.
- Anwendungsklassen als Anforderungsprofile R(a) charakterisieren: Gewichte, Workload-Shape und regulatorische Knock-out-Constraints (u. a. BCBS 239, FINMA 2023/1, PCI DSS, EU AI Act).
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Fähigkeitsprofile herleiten und Architektur-Patterns beherrschen (Teil II):
- Die sieben Patterns (Schichtenarchitektur, modularer Monolith, Hexagonal, Microservices, Event-Driven, Pipes-and-Filters, Serverless) mit Topologie, realem Ursprungsproblem, Taktiken und dimensionsweisem Fähigkeitsprofil C(p) erklären.
- Pro Pattern Open-Source-Frameworks einsetzen und Referenzsysteme im Quellcode inspizieren; Engineering-Konsequenzen (Build, Test, CI/CD, Deployment, Betrieb, Teamstruktur) ableiten.
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Passung berechnen, begründen und verteidigen (Teil IV):
- Das dreistufige, nicht-kompensatorische Matching-Verfahren anwenden (Knock-out und Workload-Shape-Gate, Veto auf hochgewichteten Dimensionen mit dokumentierten Mitigationen, ordinale Rangbildung mit Sensitivitätsanalyse) und die 7×10-Matrix als Explikations- statt Rechenmodell nutzen.
- Hybride als Normalfall erkennen (z. B. ACID-Kern mit Event-getriebenen Rändern) und Evolutionspfade planen (Strangler Fig, dokumentierte Rückbau-Fallstudien).
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Entscheidungen messbar machen und betreiben (Teil IV):
- Jede Architekturentscheidung mit einem Messvertrag abschliessen: Fitness Functions in CI/CD (z. B. Modulgrenzen-Checks, Performance- und Token-Budgets), DORA-Metriken und Observability (Logging, Metriken, Tracing) im Betrieb.
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AI als Werkzeug professionell und kritisch einsetzen (Achse A, Teil V):
- Die empirische Evidenz zu AI-Coding-Werkzeugen differenziert bewerten (u. a. Copilot-RCT, METR-Studie, DORA-Reports) und daraus Konsequenzen für Spezifikation, Verifikation und Architektur ziehen.
- Agentische Werkzeuge mit Architektur-Dokumentation als Kontext und Tests/Fitness Functions als Leitplanken einsetzen; Ausgaben kritisch bewerten und verantworten.
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AI als Systemkomponente engineering-tauglich machen (Achse B, Teil V):
- LLM-, ML- und Optimierungskomponenten hinter stabilen Schnittstellen kapseln (Gateway, Anti-Corruption-Layer), asynchron integrieren, deterministische von nicht-deterministischen Systemteilen strikt trennen.
- Eigene Eval-Harnesses aufbauen (Golden Sets, LLM-as-Judge mit Kalibrierung, Domänen-Axiome) und als CI-Gate betreiben; Token-Kosten und Latenz messen und optimieren (Caching, Batching, Model-Routing).
- Multi-Agenten-Systeme als Komposition klassischer Topologien konzipieren (Chain/Router/Orchestrator/Multi-Agent) und deren Ökonomie bewerten.
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Ethik und Verantwortung reflektieren:
- Gesellschaftliche, regulatorische (EU AI Act) und ethische Implikationen AI-gestützter Systeme im sensiblen Anwendungskontext (Finanzdaten) bewerten; neue Bedrohungsklassen (Prompt Injection, OWASP LLM Top 10) im Threat-Modeling berücksichtigen.
Leistungsnachweis
| Anteil | Komponente |
|---|---|
| 50 % | Praxisprojekt (modulare AI-gestützte Plattform, Gruppenarbeit) -- inklusive Requirements-Dossier (A1, Ende Woche 3), Architektur-Dossier mit ADR und Messvertrag (A2, Ende Woche 7), Implementierung sowie Abschlusspräsentation mit Architektur-Verteidigung (A3, Woche 14) |
| 50 % | Schriftliche Modulschlussprüfung, 60 Minuten, open book (Skript und eigene Unterlagen in Papierform), closed internet -- Schwerpunkt: Architektur-Reasoning und Trade-off-Analyse entlang der Passungstheorie, keine reine Faktenabfrage |
Nachprüfung
Gemäss Rahmenprüfungsordnung.
Unterrichtssprache
Deutsch. Sämtliche Unterlagen (Vorlesungsskript, Folien, Übungen, Paper) in Englisch.
Eingangskompetenzen
Sicherer Umgang mit Python, Versionsverwaltung (Git) und grundlegenden Software-Engineering- Prinzipien (Clean Code, SOLID). Grundverständnis von LLMs, Prompting und RAG aus AISE501. Grundlagen in Statistik und maschinellem Lernen.
Aufbau des Semesters
Der Kurs umfasst 14 Sitzungen zu je 4 Lektionen. Der rote Faden ist das Vorlesungsskript "A Theory of Architecture--Application Fit" (Teile I--V); jede Sitzung verbindet einen Skript-Abschnitt mit einer AI-Linse und einem Projektschritt. Der Semesterplan folgt einer Zwei-Phasen-Logik, die Vorlesung und Projekt eng koppelt:
| Phase | Wochen | Aufteilung | Logik |
|---|---|---|---|
| Designphase | 1--7 | 2 L Vorlesung + 2 L Übung | Die Übung erarbeitet Requirements → Architekturstudium → Architekturentscheid → Lösungsdesign. Die Vorlesung liefert just-in-time genau das Handwerkszeug, das die Übung in derselben oder der Folgewoche braucht. |
| Implementierungsphase | 8--13 | 3 L Vorlesung + 1 L Übung (Standup/Coaching) | Die Implementierung läuft primär im Selbststudium. Die Vorlesung holt die nicht design-blockierenden Inhalte nach (Anwendungsklassen-Katalog, Messvertrag-Vertiefung, AI-Dimension) -- jeweils in der Woche, in der das Projekt sie braucht. |
| Abschluss | 14 | 1 L Synthese + 3 L Präsentationen | Synthese, Grenzen der Theorie und Prüfungsorientierung; danach Abschlusspräsentationen, Architektur-Verteidigung und Peer-Reviews. |
Kernprinzip der Abstimmung: Alles, was die Übung zum Entwerfen braucht -- die R(a)-Methode, die sieben Patterns, das dreistufige Matching-Verfahren --, ist bis Ende Woche 7 gelesen. Alles, was nicht design-blockierend ist (die Klassen C1--C9, Hybride und Evolutionspfade, die AI-Dimension), liegt in der Implementierungsphase, wo es inhaltlich passt: die Gateway- und Eval-Harness-Vorlesung genau dann, wenn Gateway und Agenten gebaut werden.
Meilensteine und Abgaben
| Meilenstein | Wochen | Abgabe / Check |
|---|---|---|
| M1 Requirements und Ontologie | 1--3 | A1 Requirements-Dossier (Ende Woche 3): Qualitätsszenarien mit Antwortmass, Utility Tree, R(Plattform) |
| M2 Architekturentscheid und Lösungsdesign | 4--7 | A2 Architektur-Dossier (Ende Woche 7): ADR mit Rationale, C4-Sichten, Messvertrag -- plus Design-Review-Gate; Produktivcode beginnt erst nach dem Gate |
| M3 Walking Skeleton | 8--9 | Check Woche 9: dünner End-to-End-Schnitt läuft |
| M4 Deterministischer Kern und Resilienz | 10--11 | Check Ende Woche 11: Kern vollständig gegen Referenzvektoren getestet, Resilienz auf allen externen Aufrufen |
| M5 Multi-Agent-Orchestrierung, Evaluation, Hardening | 12--13 | Check Ende Woche 13: Eval-Harness als CI-Gate, Ontologie-Guard aktiv, Kosten-Observability |
| M6 Präsentation und Architektur-Verteidigung | 14 | A3 Abschlusspräsentation mit Architektur-Verteidigung und Peer-Reviews |
Inhalte
1. Das Entscheidungsproblem und das Framework (Skript Teil I, §1--2)
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Inhalte: Vier Produktionssysteme, zwei Fakten (Stack Overflow, Monzo, Segment, Prime Video); Architektur als schwer umkehrbare, qualitätsgetriebene Entscheidungen; die fünf Framework-Elemente (R(a), C(p), fit, ADR, Messvertrag); die tragenden Annahmen A1--A6; von Alltagsfragen zu den zwölf Dimensionen (Überblick der fünf Gruppen).
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Praktische Anwendung: Projekt-Kickoff (Teams, Repository und Werkzeug-Setup inkl. agentischer Entwicklungswerkzeuge, Domänenverständnis, erste Ontologie-Skizze, rohe Stakeholder-Wünsche); ein Agent erstellt ADR-Entwürfe -- der Mensch entscheidet und verantwortet (Achse A).
2. Das Koordinatensystem: zwölf Profildimensionen und messbare Anforderungen (Teil I, §2--3)
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Inhalte: Die zwölf Dimensionen einzeln motiviert, je mit Antwortmass und Messinstrument (Last, Korrektheit/Vertrauen, Wandel/Delivery, Ökonomie/Organisation, AI-Integrierbarkeit); ISO/IEC 25010:2023 als Vokabular; architektur-relevante Anforderungen (ASR), Quality Attribute Workshop, sechsteilige Qualitätsszenarien, Utility Tree → Gewichte; R(a) aus Gewichten, Workload-Shape und Knock-out-Constraints.
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Praktische Anwendung: Requirements-Workshop I -- Qualitätsszenarien mit Antwortmass für die Projektplattform (mindestens acht, davon drei für die AI-Komponenten), Utility Tree beginnen.
3. Nachfrage, Angebot, Passung: das formale Modell (Teil I, §4--6)
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Inhalte: Herleitung von C(p) über Taktiken (Pattern vs. Taktik, Evidenzbasis); das dreistufige, nicht-kompensatorische Matching-Verfahren am Mini-Match des Kursprojekts (C10 gegen L, MM und MS); warum keine gewichtete Summe (MCDM-Kritik); ADR/MADR und der Messvertrag als Abschluss jeder Entscheidung.
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Praktische Anwendung: Requirements-Workshop II -- R(Plattform) finalisieren (Gewichte, Workload-Shape, Knock-out-Constraints), Ontologie als Vertrag fixieren. Abgabe A1: Requirements-Dossier (Ende Woche 3).
4. Patterns I: ein Deployable (Teil II, §8--10)
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Inhalte: Schichtenarchitektur, modularer Monolith, Hexagonal/Ports-and-Adapters -- je: reales Ursprungsproblem, Topologie, Architecture Quantum, dimensionsweises Fähigkeitsprofil, Engineering-Konsequenzen, Anti-Patterns; Modulgrenzen als CI-Gegenstand (Spring Modulith, import-linter, ArchUnit, Packwerk).
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Praktische Anwendung: "Build it and study it" -- healthchecks (Django), Apache Fineract und das Cosmic-Python-Repo klonen und die Architektur im Code nachweisen; Architekturstudium I für die Plattform, C4-Kontext- und Container-Entwurf; AI-Linse: der LLM-Provider hinter einem Port.
5. Patterns II: verteilte Topologien (Teil II, §11--12)
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Inhalte: Microservices und Event-Driven Architecture -- Ursprungsprobleme (Release-Zug, Ingest), Fähigkeitsprofile, Sagas vs. ACID, der verteilte Monolith als häufigster Fehlausgang, Broker- vs. Mediator-Topologie, Schema-Governance, die sieben Resilienz-Grundmuster (Timeout, Retry, Circuit-Breaker, Bulkhead, Fallback, Dead-Letter Queue, idempotenter Consumer); Fallstudien (Netflix, Uber DOMA, Monzo, Segment-Rückbau).
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Praktische Anwendung: Online Boutique und der Home-Assistant-EventBus im Quellcode; Architekturstudium II -- Ränder entwerfen (Ingestion-Queue, Resilienz gegen API-Ausfall), Service-Kontrakte skizzieren, Matrix-Vorfilter der Kandidaten; AI-Linse: ein LLM-Aufruf als unzuverlässiger Remote-Call, Queues als Puffer (D12).
6. Patterns III: Batch und Serverless, die Verallgemeinerung -- und die eigene Klasse C10 (Teil II, §13--17; Teil III, §28)
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Inhalte: Pipes-and-Filters/Batch und Serverless/FaaS; die Verallgemeinerung: Architecture Quantum, "Partitioning beats distribution", Evidenzbasis und die konsolidierte Fähigkeitstabelle als Vergleichssicht; Agenten-Orchestrierung als emergentes Kompositionsmuster (Ausblick); danach C10 -- AI-native Advisory-Plattformen, die Klasse des Kursprojekts, mit dem Spiegelpaar C1/C2 als Kurzvorschau.
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Praktische Anwendung: dbt-Pipeline (jaffle_shop_duckdb) lokal bauen und den Knative-Bookstore inspizieren; der Match: das dreistufige Verfahren für die eigene Plattform durchführen (Knock-out → Veto → ordinale Lesung), Entscheid fällen, ADR beginnen.
7. Die Passung, formal: drei Fälle, das Verfahren, die Matrix (Teil IV, §30--32, 34; §37 Einführung)
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Inhalte: Drei durchgerechnete Matches (C6: das Shape-Gate leert sechs von sieben Zellen; C1: Veto und dokumentierte Mitigationen; C2: ordinale Lesung mit Sensitivitätsanalyse und Tradeoff-Point); das Verfahren im Allgemeinen und was eine gewichtete Summe zerstört hätte; Zellsemantik und Lesart der 7×10-Matrix (Spalten, Zeilen, fünf Stützpunkte); Einführung des Messvertrags (Fitness Functions, vier DORA-Metriken).
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Praktische Anwendung: Lösungsdesign finalisieren -- Service-Schnitt und Kontrakte, Walking-Skeleton-Plan, Messvertrag mit Zahlen (Token-Budget, Eval-Schwelle ≥ 95 %, p95-Latenz ≤ 20 s, null Modulgrenzen-Verletzungen); Design-Review-Gate mit Verteidigung des ADR. Abgabe A2: Architektur-Dossier (Ende Woche 7).
8. Anforderungsprofile I: Anwendungsklassen C1--C5 (Teil III, §18--23)
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Inhalte: Anwendungsklassen als ASR-Bündel, nicht als Branchenlabel; C1 Kernbanking, C2 Social/Content, C3 Back-Office, C4 ERP, C5 E-Commerce -- je: reale Herausforderungen mit Zahlen und Regulatorik, Anforderungsprofil über die zwölf Dimensionen, und welche Architektur reale Systeme wählten und warum (LMAX vs. Monzo, Instagram, Shopify, Fineract).
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Praktische Anwendung: Sprint 1 -- Beginn des Walking Skeleton (MarketDataService, minimaler ResearchAgent, stabile API); AI-Linse: die Latenzklasse, nicht die Genauigkeit, entscheidet über die Platzierung einer AI-Komponente.
9. Anforderungsprofile II: C6--C9 und zehn Profile nebeneinander (Teil III, §24--27, 29)
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Inhalte: C6 Simulation/Batch, C7 DSS/BI, C8 IoT-Streaming, C9 Collaboration/Messaging; die dritte Konsistenzsemantik (Reproduzierbarkeit, Freshness-Kontrakt); Verallgemeinerung: zehn Profile nebeneinander mit ihren Fussnoten und fünf klassenübergreifenden Beobachtungen (u. a.: D11 High, nicht Skalierung, erzwingt Microservices).
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Praktische Anwendung: Coaching; Walking Skeleton fertigstellen -- Check Woche 9: läuft End-to-End; das Projekt erbt C6 (Ingestion- und Eval-Pipelines) und C7 (Analytik).
10. Hybride, Evolution und das achtstufige Entscheidungsverfahren (Teil IV, §35--36, 33)
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Inhalte: Hybride als Normalfall und die Bewertungseinheit Subsystem; Fit als Funktion der Zeit (Lehman, Annahme A5), Migrationsstrategien (MonolithFirst, Strangler Fig in beide Richtungen, Sacrificial Architecture; Fallstudien Segment, Prime Video, Shopify); das achtstufige Entscheidungsverfahren von den ASRs bis zum Messvertrag, durchgespielt an ADR-007; die Zeilen-Begründungen der Matrix im Detail.
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Praktische Anwendung: Coaching; deterministische Services (Performance, Risk, Optimization) mit exakten Tests gegen die Referenzvektoren; AI-Linse: die AI-Schicht als bewusst ersetzbare Sacrificial Architecture hinter einem Port.
11. Der Messvertrag, Conway's Law und die Grenzen der Theorie (Teil IV, §37--39)
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Inhalte: Fitness Functions (atomar/holistisch, triggered/continual/temporal) in CI/CD und ihre drei Instrumentenfamilien; die vier DORA-Metriken und der Kopplungs-Befund; die vierstufige Kaskade und der C10-Referenzvertrag; Kostenverlauf von Änderungen (Boehm vs. Menzies); Conway's Law und Team Topologies als dritte Passungsdimension; sechs Grenzen der Theorie, auf sich selbst angewandt.
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Praktische Anwendung: Coaching; Resilienz auf allen externen Aufrufen (Timeout, Retry, Circuit-Breaker, Fallback) und verifizierte Graceful Degradation -- Check Ende Woche 11; der Messvertrag der eigenen Abgabe wird in CI verdrahtet.
12. Die AI-Dimension I: Achse A -- Evidenz und Konsequenzen; Achse B -- Grundlagen (Teil V, §40--41, §42.1--42.5)
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Inhalte: Zwei widersprüchliche randomisierte Experimente (Copilot-RCT +55.8 % vs. METR −19 % inklusive Wahrnehmungslücke) und ihre Auflösung über fünf Moderatorvariablen; der Verifikations-Engpass; ADRs und Agenten-Instruktionsdateien als Kontrollschnittstelle, Fitness Functions als Betriebslizenz für Agenten; danach Achse B: der Sentiment-Call falsch und richtig verdrahtet, drei Komponententypen (LLM, ML, Solver), die LLM-Gateway-Referenzarchitektur (Port, Routing, Caching, Budgets, Fallbacks, Ontologie-Guard) und die Grundlagen des Eval-Harness.
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Praktische Anwendung: Coaching; AdvisorAgent mit 2--3 Sub-Agenten hinter dem Gateway (Pflichtteil), Ontologie-Guard auf allen Insights aktiv; Achse-A-Arbeitsregeln im Team (Agenten-Instruktionsdatei, signierte ADRs, CI-Gate, AI-Policy).
13. Die AI-Dimension II: Bedrohungen, verschobene Matrix, Orchestrierung -- und Synthese (Teil V, §42.6--42.7, 43--45)
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Inhalte: OWASP LLM Top 10 und Prompt Injection als Architektur-, nicht Modellproblem; EU AI Act als Knock-out-Constraint in R(a); wie AI die Matrix verschiebt (D12-Mechanik, fünf Zellverschiebungen, MLOps-Reifegrade); Agenten-Orchestrierung als achtes, emergentes Kompositionsmuster (sechs Topologien, Task-Signatur-Tabelle, Ökonomie der Autonomie); Synthese der Theorie und Prüfungsorientierung.
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Praktische Anwendung: Coaching; Eval-Harness als CI-Gate, Kosten- und Latenz-Dashboard, Threat-Model inklusive Prompt Injection über News, Hardening, Topologie-ADR; Kür: autonomes Planning, Self-Repair-Loops, Model-Routing. Check Ende Woche 13.
14. Synthese, Präsentation und Architektur-Verteidigung
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Inhalte (1 Lektion, kein neuer Stoff): das Skript rückwärts als ein Argument gelesen; die Theorie-Pipeline in einem Satz; eine Disziplin an zwei Bindungsstellen (Achse A und B); Prüfungsorientierung und Q&A.
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Praktische Anwendung (3 Lektionen): Abschlusspräsentationen, Architektur-Verteidigung der eigenen Trade-offs, Reflexion (wo half und wo schadete AI -- im Bauen und im System) sowie Peer-Reviews. Abgabe A3 / Meilenstein M6.
Praxisprojekt: AI-Augmented Portfolio Intelligence Platform
Als durchgehendes Gruppenprojekt entwickeln die Studierenden eine modulare Analyse- und Advisory-Plattform für Aktienportfolios (kein Trading, kein echtes Geld -- ausschliesslich Analyse und Empfehlung). Die Plattform ist im Skript als zehnte Anwendungsklasse (C10) durchmodelliert; das im Modul berechnete Verdikt lautet hexagonaler modularer Monolith als deterministischer Kern, Event-getriebene Ränder, Pipelines für Ingestion und Evaluation, orchestrierter Advisor-Agent hinter einem LLM-Gateway. Ob die Services als ein Deployable oder als mehrere ausgeliefert werden, ist nicht vorgegeben, sondern die Architekturentscheidung, welche die Teams in Woche 6 mit dem dreistufigen Verfahren treffen und in Woche 14 verteidigen. Die Plattform:
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bezieht strukturierte externe Daten (Börsenkurse, z. B. via Yahoo Finance) -- mit Live-API und verpflichtendem Cache-/Snapshot-Fallback;
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bezieht unstrukturierte externe Daten (Firmen-News) und wandelt sie über eine AI-Komponente in strukturierte, gegen die Ontologie validierte Insights um;
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berechnet Risiko-, Performance- und Portfolio-Optimierungs-Kennzahlen (Formeln und Testvektoren werden vorgegeben; die Lernleistung ist das Engineering darum herum);
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stellt die Funktionalität API-first bereit, mit dünnem Dashboard zur Demonstration.
Zentrale Architekturregel: Agents propose; deterministic services decide and book. Die AI-Agenten beziehen und interpretieren quantitative Werte ausschliesslich über die deterministischen Services -- sie berechnen nie selbst. Diese Trennung ist die prüfbare Manifestation von "AI engineering-tauglich machen" und wird bewertet.
Abstufung Pflicht / Kür:
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Pflicht (bestehensrelevant): aus der Ontologie abgeleitete Architektur mit ADRs und C4-Sicht; vollständig und exakt getestete deterministische Services; orchestrierter Advisor-Agent mit 2--3 Sub-Agenten, die nur über Service-Kontrakte kooperieren; Ontologie-Guard auf allen AI-Insights; Resilienz gegen Ausfall externer Datenquellen; Eval-Harness für die AI-Komponente; Kosten- und Latenz-Observability über das einzige LLM-Gateway; der Messvertrag aus A2 (Modulgrenzen-Check, Eval-Schwelle, Token-Budget) in CI verdrahtet.
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Kür (für Spitzennoten): autonomes Planning (der Advisor entscheidet selbst über Sub-Agent- und Tool-Aufrufe), Self-Repair-Loops, Model-Routing, Deployment mit CI/CD und Tracing.
Bewertungsschwerpunkte: Architektur und Trade-offs (Schnitt, Kontrakte, Trennung deterministisch/nicht-deterministisch, ADRs), Robustheit (Resilienz, Guards, Graceful Degradation), Qualität (Tests der deterministischen Services, Eval-Harness), AI-Integration (Anti-Corruption-Layer, Ontologie-Guard), Betrieb (Observability von Kosten und Latenz).
Unterlagen und Lernumgebung
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Vorlesungsskript A Theory of Architecture--Application Fit (Teile I--V, 45 Abschnitte) -- Leitmedium, Prüfungsgrundlage und Lektüre vor jeder Sitzung; wird während des Semesters entlang der Vorlesung korrigiert und ergänzt (die jeweils aktuelle Fassung liegt auf Moodle).
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Foliensätze der 14 Vorlesungen sowie ein eigener Foliensatz zur Projekteinführung.
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Aufgabenblatt zum Praxisprojekt (normative Quelle für Anforderungen, Meilensteine und Bewertung) inklusive UI-Skizzen der sechs Bildschirme.
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Moodle-Kursraum mit einem Abschnitt pro Woche (Lernziele, Theorie, Selbststudium und Aufgaben), einem Abschnitt zum Skript und einem Abschnitt zum Praxisprojekt.
Lehr- und Lernmethoden
Lehrtechniken: Vorlesungen, Übungen, Gruppenarbeit, Online-Lehre, Workshops.
Lernaktivitäten: Studium des Skripts und der Literatur, Inspektion realer Open-Source-Systeme, Übungsaufgaben, Bearbeiten von Problemen und deren Lösungsfindung, Zusammenarbeit mit anderen Studierenden, projektbegleitendes Selbststudium.
Lehrmethode: Präsentation; Einzel-, Partner- und Gruppenarbeit; E-Learning.
Struktur
| Element | Stunden |
|---|---|
| Online-, Hybrid- oder Präsenzunterricht | 42 h |
| Selbststudium (Skript, Lektüre und Projekt) | 78 h |
| Total | 120 h (4 ECTS) |
Literatur
Leitmedium (roter Faden):
- AISE502 Lecture Notes -- A Theory of Architecture--Application Fit, F. Herzog, Fachhochschule Graubünden, 2026 (englisch; wird abgegeben).
Die vier methodischen Hauptquellen der Theorie (im Skript gewürdigt):
-
L. Bass, P. Clements, R. Kazman: Software Architecture in Practice, 4. Aufl., Addison-Wesley/SEI, 2021 (Qualitätsszenarien, Taktiken, Utility Tree/ATAM).
-
M. Richards, N. Ford: Fundamentals of Software Architecture -- A Modern Engineering Approach, 2. Aufl., O'Reilly, 2025 (Architecture Characteristics, Trade-off-Gesetze).
-
N. Ford, R. Parsons, P. Kua, P. Sadalage: Building Evolutionary Architectures, 2. Aufl., O'Reilly, 2022 (Fitness Functions, Messvertrag).
-
N. Forsgren, J. Humble, G. Kim: Accelerate -- The Science of Lean Software and DevOps, IT Revolution, 2018 (DORA-Metriken, Kopplungs-Befund).
Begleitend:
- I. Sommerville: Modernes Software-Engineering, Pearson, 2020 (deutschsprachiger Anker).
- S. Newman: Building Microservices, 2. Aufl., O'Reilly, 2021 (nach Bedarf als Reader).
- ISO/IEC 25010:2023 (Qualitätsvokabular) und ISO/IEC/IEEE 42010:2022 (Architekturbeschreibung).
- Aktuelle wissenschaftliche Artikel und Branchenforschung zu AI-Agenten, agentischen Entwicklungswerkzeugen und Evaluation von AI-Systemen (u. a. DORA-Reports, METR, Anthropic Engineering).